Isfahan, 21. Februar 1974

Datum Ort
 08.02. Bevensen,
Wunstorf
 09.02. Göttingen
 10.02. Salzburg
 11.02. Belgrad
 12.02. Sofia,
Istanbul
 13.02. Istanbul
 14.02. Istanbul
 15.02. Ankara
 16.02. Kayseri,
Bingöl,
Mus,
Bitlis
 17.02. Van,
Cavus Tepe,
Hosup
 18.02. Iranhududu
 19.02. Rezaiyeh (Urmia)
 20.02. Tag i Bostan,
Bisotun,
Kangavar,
Hamadan
 21.02. Isfahan,
Yazd,
Tabas (Wüste Lut),
Gonabad / Shahabad!

Reisebericht, erster Teil ...

Liebe Mutti,
Liebe Omi,
Liebe Clau,
Liebe An, lieber Bon, lieber Nuschi, lieber Mucko,
Liebe Jackie und Ihr sonstigen Lieben!

Also wir sind Mittwoch in Bevensen los! Mit Mühe und Not gelangten wir nach endlosem Gerödel am Donnerstag nach Göttingen Gegen Sprit-Zuschuß hatten wir noch HoWa's Freundin eingeladen. Nachts in München haben wir noch deren Freundin vom Bahnhof abgeholt und die beiden bis Belgrad mitgenommen. Am 12. kamen wir dann endlich in Istanbul an. Unterwegs hatten wir bereits Ärger mit WoZi's Nieren oder Blinddarm. Genau ist das nie herausgekommen. Ich meine, daß er einfach psychisch nicht in der Lage war ... Nun ja, wir vertrödelten 2, 3 Tage, da WoZi im Deutschen Krankenhaus behandelt wurde. Ich war derweil mit HoWa und JöJa in diversen Museen. Na ja, wir hatten somit eine gewisse Vorahnung der Dinge, und haben uns noch 3 Tramper, einen Engländer, einen Schweizer und einen Italiener bis Isfahan ins Auto gepackt. Nachts haben wir im Deutschen Krankenhaus geparkt und geschlafen. Dann hieß es, WoZi könne doch mit. Na ja, das ging gut bis Ankara. Dort bin ich mit HoWa und den anderen in Museum und JöJa mit WoZi ins Krankenhaus. Inzwischen hatte sich herausgestellt, daß WoZi einige Fehlkalkulationen getätigt hatte. Wir übernachteten bei Bekannten von JöJa. Am nächsten Tag stellte sich dann heraus, daß WoZi nach Hause wollte oder mußte. Das riß ein abermaliges Loch in die Kasse, da wir ihm wenigstens einen Teilbetrag auszahlen mußten, damit er seinen Rückflug bezahlen konnte. Nun saßen wir zu sechst da, und es war bitter kalt. wir sind dann Tag und Nacht bis zum Van-See durchgefahren. In Van sind wir erst ins Museum und dann auf den Van-Kale, eine Urartäische Festung. Am gleichen Nachmittag noch waren wir Cavus Tepe, ebenfalls urartäisch. Dann kam der erste Klops: Nachts auf dem Weg zur Türkisch-Iranischen Grenze versperrten uns plötzlich 6 türkische Soldaten mit angelegten Gewehren den Weg. Sie hielten uns für Schmuggler. Sie zwangen und zur Kaserne zu fahren - es war fürchterlich eng. Dort erwartete uns ihr "Oberleutnant", der lud uns zum Abendessen ein. wir haben dort in Betten geschlafen, und auch noch gefrühstückt. Dann rüber in den Iran.

Das Wetter wurde immer schneeiger, die Pässe immer höher. HoWa fuhr unterwegs ein Haus ein. Jenes behielt ein Loch in der Mauer, wir lediglich zwei Lackkratzer an der Stoßstange und am Aufbau. Na ja, wir haben dann den Tag i Bostan, den Felsen von Bisotun und den Tempel von Kangavar besichtigt. Dort lernten wir einen unheimlich netten Aufseher kennen. Der lud uns auch zu Essen ein, aber wir haben das wegen unserer Hippies ausgeschlagen. Nun sind wir in Isfahan. Übermorgen brechen wir in Richtung Yazd auf, um die Wüste Lut zu durchqueren. Das Wetter ist phantastisch schön (Blende 13 - 14, für Vati).

In der Tabelle seht ihr unsere Route zum Anfang.

So Ihr Lieben!

Jetzt habe ich keine Lust mehr. HoWa führt genau für uns Tagebuch. Das wird dann abgelichtet. Ladet An 'mal ein! Auf dem Rückweg kommen wir 3 über Hameln zum Scholle-Essen. Ich werde dann von München aus anrufen!

Schreibt wir bitte zum 10.03. nach Shiraz! Bitte laß Dir von irgendeinem aus Göttingen die Rückmeldeformulare mitbringen (von Sönnich, Otto oder Christian oder so!), damit ich mich gleich, wenn ich wieder da bin, zurückmelden kann, wegen "Bund" etc.!!!

Also alles Gute,
viele Grüße und Küsse

Euer UlKa!

P.S. Beluchistan & Pakistan (Mohendjo-Daro, Harappa) fällt aus Geldmangel fort, meint unser neuer Kassenwart HoWa.


Wenn einer* eine Reise tut,
Dann fährt er in die Wüste Lut!

* unsereiner!

gez. cand. chem. HoArHeiWa


Auch ich möchte mich den Grüßen von HoWa und UlKa anschließen. Wir alle verstehen uns gut, der Unimog läuft hervorragend, und der schönste Teil der Reise liegt jetzt vor uns

Viele herzliche Grüße

Ihr JöJa


P.P.S. An An ein kleines Küßchen auf die zarte Wange.

Horst Walther, Hamburg,