Gesichter im Wandel

Als ich vor mehr als 60 Sommern an den Ufern der Spree geboren wurde, betrat ich sehr gelassen diese seltsame Welt. Es bedurfte erst einer kalten Dusche, um mir den ersten Schrei abzuringen. Nachdem ich meinen Start also wahrhaft als Sprung ins kalte Wasser erlebt hatte, konnte mich nicht mehr viel erschüttern ...

Ich wohne jetzt - nach meinen Wanderjahren - in Hamburg. Meine Zwischenstationen in Niedersachsen waren Wingst am Balksee (Kreis Stade) und Mevenstedt bei Worpswede im Teufelsmoor (Kreis Osterholz-Scharmbeck). In der ehemaligen Klosterstadt Zeven (Kreis Bremervörde) bin ich zum St. Viti-Gymnasium gegangen und später mit meinen Eltern nach Scheeßel (Kreis Rotenburg/ Wümme) gezogen.

Nach meinen Studien der ChemieInformatikOrientalistik und Volkswirtschaftslehre in Hamburg fand ich hier überraschend einen attraktiven Job. Doch bald zog es mich weiter nach Aachen, wieder nach Hamburg, Frankfurt bzw. Bad Soden am Taunus, nach Klagenfurt am Wörthersee (Österreich), und wieder zurück nach Hamburg.

Meine Studien waren interessant und ich habe sie ernst genommen. - Am wichtigsten aber waren mir meine Reisen nach Asien, Afrika und Südamerika. Sie haben mich stark geprägt.

Zwanzig Jahre lang hat der Nomade die Sesshaftigkeit geprobt. Monte dos Sarilhos, ein Bauernhof und ein großes trockenes Stück Land im bäuerlichen portugiesischen Alentejo, hatten die Kraft mich zwei Jahrzehnte an seine rote Erde und ein uraltes Bauernhaus aus Bruchstein und Lehm zu binden. Diese Kraft hätte dieser magische Ort (Google Earth Placemark) auch noch länger gehabt ... aber die Zeiten sind nicht so - ich bin wieder unterwegs!

Horst Walther, Hamburg