St. Viti-Gymnasium, Zeven - Abiturzeitung

Abitur-Zeitung 1970

1. Die glücklichen Abiturienten

Und hier: "Die glücklichen Abiturienten" des Jahres 1970, die Führer der kommenden Jahre (in alphabetischer Reihenfolge):

Rolf Herklotz Ulrike Kunkel
Werner Behrens
Peter Schnur
Helmut Krull
Theodora Backhaus
Diethard Wölk
Martin Nitz
Heinz Krosch
Angelika Vogel
Horst Walther
Gisela, Meyer
Hans-Joachim Schlösser
Rolf Dubbels
Bernd Kampa
Hans-Joachim Kleine
Klaus Peter Stüven
Ursula Camin
Gerd Rolfs
Hans Hinrich Meyer
Margrit Spreckels
Andreas Pape
Regina Scherff
Barbara Kölling
Ullrich Blanken
Ekkehard Launer
Wilhelm Steingrube
Agneta Paul
Reinhard Meyer
Ekkehard Schiemann
Rolf Jeschkies
Christiane Meier
Werner Siems
Hans Knicker
Hans Henning
Peter Paulini

In die rechte Spalte darf jeder Käufer kostenlos und völlig unverbindlich Nettigkeiten über die Linken schreiben oder malen. Die Redaktion wünscht viel Spaß.

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2. Die Stammbesatzung

Man sollte es nicht für möglich halten, aber unter den vorstehend aufgezählten Abiturienten gibt es einige, die schon in der fünften Klasse mit ungeheurem Weitblick erkannten, welcher Art diese unsere Schule war und ist, und die nach einer gewissenhaften Situationsanalyse blitzschnell beschlossen, diese unsere Anstalt so schnell wie möglich wieder zu verlassen und jedem unnötigen Aufenthalt sofort entgegenzuwirken. Es sind nur wenige, aber nichtsdestoweniger trotz sollen sie nicht verschwiegen werden.

Die Stammbesatzung

1. Hans Henning
2. Rolf Herklotz
3. Barbara Kölling
4. Heinz Krosch
5. Ulrike Kunkel
6. Ekkehard Launer
7. Reinhard Meyer
8. Martin Nitz
9. Andreas Pape
10. Agneta Paul
11. Hans-Joachim Schlösser
12. Werner Siems
13. Margrit Spreckels
14. Wilhelm Steingrube
15. Angelika Vogel
16. Horst Walther

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3. Stilblüten

Von Dr. Weber, lagern zahlreiche Anekdoten und Schlimmeres in unseren Archiven. Mit Rücksicht auf minderjährige Leser veröffentlichen wir nur Einiges. Wir bitten um Verständnis!

Die Redaktion

Dr. Weber:

"Die schlechtesten Früchte sind es ja gerade nicht, an denen die Wespen nagen!" (nach einem Sturzflug-Angriff auf Regina Scherff)

OstR Winkler

... sagte beim Erblicken des SPIEGEL-Titelbildes 12/70 vom 16. März: "Oh, das ist ja interessant!" Der Titel lautete : "Wie gefährlich ist die Pille?" OStR Winkler wird im nächsten Jahr pensioniert.

Diethardt Wölk

... schrieb in der Einleitung zu einem deutschen Aufsatz: "Um die Frage des Themas zu beantworten, muss man sich erst einmal die Frage stellen."

Gerd Rolfs

... fand folgenden tiefschürfenden Satz nach langen Suchen: "Disziplin ist weder Begabung noch angeboren."

Werner Siems

... schrieb in einem deutschen Aufsatz mit dem Thema "Auf dem Friedhof"(Stimmungsbild) : "Eine riesige Tanne senkte ihre Äste und Zweige weich und geschmeidig tief hinab auf die Gräber - wie eine Glucke ihre Flügel über ihre Küken breitet."

Margrit Spreckels

fragte Herrn Berding neugierig: "Herr Berding, können Sie mir sagen, wie ich an einen Franzosen herankommen kann?"

(Alter schwäbischer Volksspruch).

"Das Schönschte und Erhabenschte auf der Welt ischt der weibliche Bruschtkaschte"

Das Gerücht besagt, dass Herr Dr. Weber diesen Spruch in seinem Arbeitszimmer hängen hat.

Wanderer, kommst Du nach Zeven hinein, tritt nicht daneben tritt mitten rein!

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4. Schattenkabinett St. Viti - Gymnasium

Eigener Bericht, Zeven, im Mai 1970

Nachdem aus Schülerkreisen die Bildung eines Schattenkabinetts bekannt wurde, wollte die Lehrerschaft nicht nachstehen. Man beschloss, ein Schattenkabinett aus Pädagogen zu bilden.

Sehr schnell kam man darauf, dass OStRin Marquardt geradezu prädestiniert war für das innerdeutsche Ministerium, da sie sich auf diesem Gebiet bereits des öfteren durch Paketaktionen bewährt hat. Die ersten Schwierigkeiten tauchten auf, als es um das richtige Ministerium für Dr. Friese ging. Nach eigenen Angaben wäre er bestens geeignet für Wirtschaft (aufgrund seiner Erfahrungen beim Apfelsinen-Import im Hamburger Hafen), Gesundheit (sein Vater war Arzt), Landwirtschaft (als Waidmann pflegt Dr. Friese guten Kontakt zu Landwirten), Verkehr (er ist ein begeisterter Autofahrer), innerdeutsche Beziehungen (als SBZ-Flüchtling ist er besonders mit der noch immer heimischen Scholle verbunden und Justiz oder Bildung (wegen guter Beziehungen zu Richtern and auch zu Hochschulprofessoren).

Herr Kaltwasser schlug vor, ihn deshalb zum Bundeskanzler zu küren, aber einige Pädagogen, die sich selber Hoffnungen auf dieses Amt machten, wehrten ab. Durch Loosentscheid wurde Dr. Friese dann Justizminister. Einen weiteren Kanzlerkandidaten beseitigte man, indem man Dr. Kühnel, der gerade austreten gegangen war, zum Finanzminister wählte. Herr Kaltwasser, der sich Hoffnungen auf dieses Amt gemacht hatte, zog ein langes Gesicht und bat Herrn Dr. Friese, ihn doch für dieses Amt vorzuschlagen. Der Vorschlag wurde aber aus Angst vor dem Staatsbankrott abgelehnt.

Um weiteren Angeboten seitens Herrn Kaltwassers vorzubeugen, wurde er zum Bundespräsidenten gewählt. Er freute sich wie über einen gelungenen Versuch. Herr van Alst, der noch gar nicht richtig begriffen hatte, worum es ging (Wie Peter Tobaben bei der Regierungserklärung), meinte, die 13m müsse endlich anfangen zu arbeiten nenn das Abitur kein großes Fiasko werden solle. Man machte ihm prompt zum Arbeitsminister. Herr Berding wurde wegen guter Erfahrungen auf ausländischem Gebiet bei Fahrten nach England und Frankreich zum Außenminister ernannt.

Schwierigkeiten tauchten von Neuem auf, als das Amt des Bundeskanzlers wiederum in die Debatte geworfen wurde. Herr Winkler meinte, eine starke Vaterfigur wäre gerade richtig für diesen Posten. Herr Holze und Dr. Weber stimmten mit ihm darin überein, während Herr Kammigan, Herr Körner und Herr Well vorschlugen, einen jugendlich wirkenden Regierungschef zu bestimmen - allein schon wegen der Jungwähler. Frau Henheiks Vorschlag, dem Beispiel Indiens und Israels zu folgen, fand keine Resonanz. Heiße Diskussionen entbrannten, die Stimmung wurde hitziger, man wurde schon fast beleidigend, Herrn Holzes Stimme begann schrill zu werden - da machte Herr Dr. Friese den rettenden Vorschlag. Er erinnerte an die Königswahl 1273. Bekanntlich wählten die deutschen Fürsten damals Rudolf von Habsburg zum König, weil er schwach war und die Privilegien der Fürsten nicht antasten konnte, wobei sie sich aber verrechneten. Bis auf Herrn Holze stimmten alle den Grundgedanken Dr. Frieses zu. Dieser meinte weiter, eine sozialistische Vaterfigur wäre genau das richtige. Irgend jemand, wer, ließ sich nicht mehr genau feststellen, sagte etwas von Pseudo-Sozialist. Man machte Herrn Holze daraufhin zum Sozialminister.

Herr Winkler meinte, der Bundeskanzler müsse eine starke Figur zur Seite haben. Um ihn endlich zufrieden zu stellen, wurde er zum Kanzleramtsminister ernannt.

Nun schritt man zur Wahl des Bundeskanzlers in ganz geheimer Abstimmung. Mit zwei Stimmen Mehrheit wurde Herr Ebersbach vor Herrn Dr. Weber gewählt. Damit schien das größte Problem beseitigt.

Aber man irrte sich; neue Schwierigkeiten bereitete das Wirtschaftsministerium. Herr Knoop wollte es wegen fehlender Praxis nicht übernehmen. Herr Körner und Herr Kammigan wollten das Wirtschaftsministerium wohl übernehmen, glaubten auch genug Praxis auf diesem Gebiet zu haben, hatten aber anscheinend den Begriff der Wirtschaft wohl irgendwie falsch aufgefasst. Schließlich kam man darauf, dass Herr Pape wohl genügend Erfahrung auf diesem Gebiet habe. Für die graue Theorie bekam er Herrn Knoop als parlamentarischen Staatssekretär.

Als Verkehrsminister kam nur einer in Betracht - nach kurzer Absprache kam man überein, Herrn Brennhausen dazu zu ernennen, der sich durch die hervorragende Organisation des Schülerlotsendienstes für diese Aufgabe prädestiniert hatte. Weiterhin wurde aus hier nicht zu nennenden Gründen Herr Dr. Weber zum Entwicklungsminister gewählt,

Herrn Schneller, der gerade darüber nachdachte, ob sich die Erde von West nach Ost oder von Ost nach West dreht, bot man das Gesundheitsministerium an. Er meinte ganz langsam und bedächtig: "Wenn Sie glauben, dass Sie mich damit ärgern können, dann haben Sie sich ganz schwer getäuscht. Ich ärgere mich nämlich nicht." Um ihn nicht noch weiter zu ärgern, bekam er das Innenministerium. Herrn Körner wurde wegen seiner sportlichen Ambitionen das Verteidigungsministerium zugesprochen. Für das Forschungsministerium erwog man schon, Herrn Dr. Schürmann zurückzuholen, der in Zeven bahnbrechende Raketenstartversuche durchführte, man begnügte sich dann aber mit Herrn Hinze, um den Etat nicht unnötig zu belasten. Gesundheitsminister wurde Frl. De Bur, und das Landwirtschaftsministerium übernahm Herr Well.

Und hier noch einmal tabellarisch die Gesamtübersicht

Die Redaktion wünscht diesem Schattenkabinett viel Erfolg!

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5. Die Worte des Vorsitzenden Dr. Friese

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6. Klassenbuch Eintragungen

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7. Der Vater

E R N S T J A N D L

Der Vater
der vater kontrolliert seinen langen



Bart
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8. Statt Karten

In stiller Trauer

Statt Karten

Im Laufe der letzten Jahre verschied durch
regelmäßiges Überziehen der Schulstunden
durch den Lehrkörper die

5 MINUTENPAUSE

In stiller Trauer steht die Schülerschaft.
Die Beerdigung fand in aller Stille statt.

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9. Splitter

Und nun für unsere jüngeren Leser ein Bild, das in früherer Zeit aufgenommen wurde, als ein führendes Mitglied des Lehrkörpers noch unbeweibt in seinem Hause einher laufen konnte:

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10. Lasset uns Beten

Unser Religionslehrer, Herr Kaplan Anton Nogler, ist traurig.' Wir Kinder, sagt er, haben keine Ehrfurcht und keinen Respekt mehr. Gehorchet Euern Lehrern, ruft er, und seid Euern Eltern untertan, Lukas 2 Vers 53. Sie sollen Euch in den Himmel führen und gehen Euch mit gutem Beispiel voran, zum Beispiel? Sie gehen uns z.B. mit gutem Beispiel in die Kirche voran, ruft die Lydia. - Richtig. - Sie haben früher den Adolf Hitler gewählt, sage ich. Mal sehn, was er sagt. Da haben wir's, ruft der Nogler, dies ist ein ehrfurchtsloses Beispiel; die wenigen Eltern, die es damals taten, haben schwer geirrt, wie wir alle wissen.

Ja, aber wieso sollten sie das damals wissen?, will der Mecki wissen. Sie konnten einen klugen Menschen um Rat fragen, den Vater, den Lehrer oder am besten den Pfarrer. Das hat mein Vater ja auch gemacht, er hat seinen alten Vater gefragt, sage ich. Das war an und für sich richtig von deinem Vater, sagt Kaplan Nogler. Ja und mein Großvater hat gesagt, wenn der Hitler kommt, gibt's Krieg.

Das hat er in der Weisheit seines Alters vollkommen richtig gesehen, wie wir alle rissen, meint Kaplan Nogler.

Ja, aber dann hat er gesagt, der Krieg belebt unser Schrottgeschäft, also her mit dem Hitler! Das war aber nun ganz und gar nicht richtig, sagt der Nogler entrüstet.

Das hat sich mein Vater auch gedacht und sich an seinen alten Lehrer gewandt. Da hat er sich an und für sich sehr richtig verhalten, meint Kaplan Nogler. Aber dieser Lehrer war einer von der Linkspartei, sage ich. Das war nun wieder nicht richtig von deinem Vater, ruft der Nogler, statt zu einem Roten hätte er sich lieber gleich an einen Geistlichen wenden können. Ja, aber der Lehrer hat ihm doch gesagt, er dürfte auf gar keinen Fall den Hitler wählen. Das war natürlich an und für sich ganz richtig von dem Lehrer, sagt Herr Nogler. Ja, der hat ihm gesagt, der Hitler ist ein verkappter Pfaffe und steckt mit diesem unter einer Decke, sage ich. Das war natürlich völlig unrichtig, wie wir alle wissen, ruft der Nogler empört, das ist eine üble Nachrede von dem Lehrer.

Da bin ich ja froh, dass mein Vater nicht auf ihn gehört hat, sondern ist zu einem Geistlichen gegangen. Das war nun endlich sehr richtig von ihm, das hätte er lieber gleich tun sollen.

Dieser Pfarrer hat ihm gesagt, dass der Hitler die Bolschewisten bekämpft. Das ist geschichtlich vollkommen richtig, meint der Kaplan Nogler, das hat der Hitler auch tatsächlich getan, wie wir alle wissen. Ja, dann wäre es aber doch viel richtiger gewesen, wenn wir den Krieg gewonnen hätten, statt verloren, wenn dadurch der Bolschewismus erledigt worden wäre, sagt der Mecki. Ja, an und für sich ist das nicht ganz unrichtig ... Ja, dann hätte mein Vater also doch den Hitler gedurft, wenn wir den Krieg gewonnen hätten, rufe ich.

Nein, das hätte er auf keinen Fall dürfen, wie wir alle wissen. Ja, aber der Pfarrer hat ihm doch ausdrücklich erlaubt, dass Er den Hitler wählen darf - da kommt man ja vollkommen durcheinander, sage ich. Es war aber trotzdem nicht richtig, ruft der Kaplan Nogler ganz verzweifelt, damals konnte selbst ein Geistlicher einmal die Übersicht verlieren, wie wir alle wissen. Ja, aber an wen muss man sich denn da wenden wegen der richtigen Übersicht, will der Mecki und der Grendel und alle anderen wissen. Nun wollen wir beten, sagt da der Kaplan Nogler, weil die Stunde vorüber ist.

Auszug aus "Zur Hölle mit den Paukern" von Alexander Wolf

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11. Memoriden einer Stupidipfahrt nach Österreich

Man tat einen Blick auf den Programmzettel und sogleich fiel einem jeglichen Klassenmitglied auf, dass, obwohl der, Donaustaat unsagbar reich an wertvollen Kulturgütern ist, nur Schloss Belvedere, Stephansdom, Stift Melk, Burg Aggstein, Stift Göttweig, Schloss Mayerling, die Hofburg, Kirche von Eisenstadt, Schloss Esterhazy, Burg Lichtenstein, Klosterneuburg, St. Margareten, ein paar römische Ruinen und Anzahl Gedenkstätten in Augenschein genommen werden durften.

Ausgedehnte und äußerst erholsame Busfahrten durch die reizvollen Landschaften der Alpen und entlang der schönen und andeutungsweise blauen Donau machten jedoch den Verzicht auf weitere Besichtigungen entschuldbar.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass man sich während solcher Trips stets nach der Hegelschen Lehre zu orientieren pflegte: Unsere Klassenmutter, eine Karte in den Händen haltend stellt eine These auf, worauf vom Führungsgehilfen

Körner die Antithese verkündet wird, welche dieser aus Ergebnissen einer aus Ergebnissen einer Volksbefragung und aus Angaben auf Hinweisschildern herleitet.

Herr Gerken, bewährter Autobuslenker und ebenfalls ein Hegelfan, ist nun bemüht, hieraus eine Synthese herzustellen. Wie bereits Engels richtig erkannte, bleibt im Endeffekt zumeist die Antithese siegreich

Es sollte sich bald herausstellen, dass eine ausreichende und regelmäßige Ernährung mit den tieferen Sinn einer Stupidienfahrt unvereinbar ist. Wo käme man dahin, wenn man, um sieben Uhr zwei Brötchen hastig verschlungen habend, bereits, um halb zwei wieder eine Mittagspause einzulegen gedenkt.

Jedoch schien den Organismen einigen, von Hause aus verwöhnter, Klassenangehöriger eine solche Umstellung Abstellung der

Kalorienzufuhr nicht sonderlich zum Wohl zu gereichen, sodass sich bei eben denselben alsbald negative Auswirkungen auf die Struktur des Mastdarminhaltes ergaben.

Dieser Missstand wurde noch verschlimmert, als sich eines Abends ein paar Wissensdurstigen unter uns - die Stimmung befand sich unter akustischer Einwirkung eines soeben besuchten Brian Auger-Konzertes gerade in einer Hochlage - zur Erprobung der Qualität Wiener Weines schritten. Als nach einigen viertel

Litern der Alkoholgehalt eindeutig bestimmt war, stellten sich bei einigen Prüfern unvermutet revertente Fluenzen ein. Am folgenden Morgen schien demzufolge bei einer Visitation der hofbürgerlichen Schatzkammer das Interesse für Toiletten des zwanzigsten Jahrhunderts ebenso groß zu sein, als das für mittelalterliche Schätze. Auch die Kaisergruft mit all ihren wundervollen Särgen erfuhr an diesem Morgen nicht die ihr gebührende Wertschätzung. Erst die römischen Heizungen vermochten wieder zu Denkprozessen anzuregen. Römische Heizungen, dem Laien sei es gesagt, bestehen größtenteils aus Hohlräumen unter den Fußböden römischer Wohnstätten , durch welche, mittels Feuer erhitzte Luft strömt, die Ihrerseits in den soeben genannten Wohnstätten eine angenehme Fußwärme spendet. In der Tat eine Krönung römischer Technik.

Alsdann entführte man uns mittels eines Umweges von läppischen einhundert Kilometern per Bus auf einen typisch wienerischen Kartoffelacker, wo wir entgegen allen Erwartungen geradefeldwegs auf ein weiteres römisches Monument stießen, Es handelte sich hierbei um ein paar zu einem monströsen Tor zusammengefügte Feldsteine. Selbst Experten, die im Stande waren, die subtile Technik römischer Heizungen zu enträtseln, sehen sich bis heute nicht in der Lage, diesem Gebilde eine unzweifelhafte Bedeutung abzuringen. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass Selbiges als Triumphbogen nach einer erfolgreich eingebrachten Kartoffelernte diente. Bedauernswert die Tatsache, dass zur näheren Erklärung dieses Produktes der Historie ausnahmsweise auf eine Führung verzichtet werden musste

Man tat einen Blick auf den Programmzettel, und sogleich fiel einem jeglichen Klassenmitglied auf, dass der soeben geschilderte Montag, der 15.09. an der Zahl, bereits der vorletzte aus der Reihe der Stupidienfahrtstage war, und wir hatten, obwohl der Donaustaat unsagbar reich an Wertvollen Kulturgütern ist, nur erst Schloss Belvedere, den Stephansdom, Stift Melk, Burg Aggstein, Stift Göttweig, Schloss Mayerling, die Hofburg, Kirche von Eisenstadt, Schloss Esterhazy, Burg Lichtenstein, Klosterneuburg, St. Margareten, ein paar römische Ruinen und eine Anzahl Gedenkstätten in Augenschein nehmen dürfen...

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12. Regina Scherff's beste Kochrezepte

DANKENSWERTERWEISE hat sich Regina Scherff, soeben frischgebackene Abiturientin der Klasse 13s, bereit erklärt, unseren geneigten Lesern einige ihrer zahlreichen Geheimnisse zu verraten, die sie bisher in ihrem Schatzkästlein sorgsam gehütet hat. Sogar Lehrer bekamen nur spärliche Informationen aus ihr heraus. Nun aber ist es soweit: dem breiten Leserpublikum dieser Zeitschrift bringt Regina Scherff ihre besten Kochrezepte dar. Die Hausfrauen unter Ihnen bitten wir, Papier und Bleistift zur Hand zu nehmen.

Nun genug der Kostbarkeiten! Regina Scherff ist gern bereit, Ihnen weitere Rezepte zur Verfügung zu stellen und wünscht Ihnen allen vorerst guten Appetit!

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13. Brief eines Ehemaligen

Allen ehemaligen Freunden, die mich verspottet haben, weil ich während der Pausen fleißig lernte, die mich des Lehrers liebstes Kind und "Eierkopf" nannten, weil ich mich immer zum Besten aufgeschwungen hatte - darf ich hiermit meine Ernennung zum Generaldirektor einer bekannten Autofirma - mit einem Gehalt, dessen Höhe ich Ihrer Phantasie überlasse mitteilen.

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14. Das Sportabitur

Es ist überstanden. Glücklicherweise. So denken jedenfalls viele von uns. Im Laufe der Jahre haben einige Schüler wert

Erkenntnisse der Turntechnik gesammelt, die wir hiermit zur Veröffentlichung und Warnung freigeben.

Das Sportabitur

Vor allem wurde am St. Viti - Gymnasium erstmalig das Fallen sprachlich geregelt. Grundsätzlich wird auch heute noch zwischen dem PRALLER, der KNICKE, dem HAKEN und dem STAUCHER unterschieden. Hier nun einige der markantesten Sturzfolgen:

Zuerst der einfache Schienbeinhaken mit Klemmrutsche vorlings in die tiefe Bauchlage, der das Ganzheitserlebnis des Körpers ungemein fördert. Am Längspferd war weiterhin bei uns sehr populär der Quetschpraller mit doppelten Aufschrei mit anschließendem flüchtigen Wegfall in die Hocklage. Sehr stimmbildend! Anspruchsvoller ist schon der Kreuzaufstaucher mit Anknicke rücklings und halber Drehung für Stützgeräte, der vorwiegend Zivilisationsschäden beseitigen hilft.

Beim Reck dürfen wir gleich noch das freie Auskugeln im Langhang, einfach oder doppelt, mit Umgreife und Auspendeln erwähnen. Das fördert das Längenwachstum wie keine zweite Übung. Konträr dazu bleibt schließlich noch die sog. Nackenknicke auf der Matte, scherzhaft auch Bandscheibenbremse genannt, zu nennen.

Das Fallstudium wird von nachfolgenden Klassen fortgesetzt.

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15. Schlaf-Report

Erst kürzlich vermeldete der SPIEGEL, der Schlaf werde erforscht. Dankenswerterweise haben es sich auch in Zeven führende Persönlichkeiten des Schulwesens zur Aufgabe gemacht den Schlaf zu beobachten. Das St. Viti - Gymnasium stellte sich der Erforschung des Schul- bzw. Schülerschlafes als Tätigkeitsfeld.

Die auf diesen Gebiet in den letzten Jahren betriebene Grundlagenforschung brachte in der Tat für manche erstaunliche Ergebnisse zutage:

So erregte z.B. unter konservativen Lehrern die Tatsache Erstaunen, dass Schüler schlafen.

An folgender einfacher Skala lässt sich die durchschnittliche Schlafintensität leicht ablesen:

durchschnittliche Schlafintensität

Eine Erfahrungstatsache ist, dass der Schüler verschlafen zur Schule kommt. Die Schlafintensität steigt weiter an bis zur Pause, wobei die Schlafkonstante ein gleichmäßiges Anwachsen gewährleistet.

Nur bei OStR'in Marquardt gilt diese Kurve nicht. Die maximale Penntiefe, sprich Schlafhöchstleistung, wird bereits nach 4,43 min. erreicht, sodass sich folgendes Bild ergibt:

Schlaf und aufmerksamkeit

Zu berücksichtigen ist noch, dass die Penntiefe stark von der pädagogischen Dichte des Lehrers abhängig ist - sie wird in Bonmots pro Minute gemessen. Dabei gilt die Regel:

1 Bonmot / 1 Minute = 1 Weber

Einleuchtend ist weiter dass der ermittelte Wert der Schlafmenge umgekehrt proportional der Kopfnote in Aufmerksamkeit ist.

Merke: "Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf".

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16. Der Improvisator

Auf dieser Seite möchten wir die geschätzten Leser mit einem Schülertyp bekannt machen, der auf unserer Schule häufig und in den Abi-Klassen sehr häufig anzutreffen ist: es ist

Der Improvisator

Er lernt grundsätzlich nichts, vertraut auf flüchtige persönliche Erinnerungen und auf seine Improvisationskunst. Wird ein Improvisator z.B. über die Donau befragt, so erklärt er, es handle sich hier zweifellos um einen Fluss, der eine Quelle und eine Mündung habe, die beide verhältnismäßig weit voneinander entfernt liegen. Die Donau durchfließt zahlreiche Städte, man treffe sie aber vorwiegend auf dem Lande an; außerdem besitze sie eine ganze Anzahl Nebenflüsse. Hervorzuheben sei, dass der Fluss von der Quelle zur Mündung fließe, besonders bei Tauwetter. Nicht zu vergessen sei, dass die Donau für flache Boote unter Umständen schiffbar sei - man wisse ja nie bei diesen verdammten Flüssen, ob nicht auch Sandbänke wie z.B.. an der Loire existieren, obwohl dieser Fluss eher wegen seiner berühmten Schlösser bekannt sei, Schlösser übrigens, die früher den Belagerungen durch aufständische Ritter hätten standhalten müssen. Dabei hätten die Ritter im Kampf schwere Metallpanzer getragen; die bekanntesten unter ihnen seien in dieser Reihenfolge: Prinz Eisenherz und Wilhelm Tell, obgleich letzterer seinen Ruhm eher durch die Geschichte mit der Armbrust bekommen habe - eine Waffe, die heute kaum noch verwendet werde, so sagt man, außer in Belgien, dessen Hauptstadt Brüssel wiederum wegen ihrer Spitzen berühmt sei, Spitzen, die in alle Welt exportiert würden, z.B.. nach Marokko, das nun wiederum....

Wir meinen, das Prinzip einleuchtend dargestellt zu haben. Viel Glück bei der Nachahmung.

Und noch ein Ratschlag erfahrener Schüler unerfahreneren Kollegen zugeeignet:

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17. Rat und Tat

Nachrichtenübermittlungen während des Unterrichts werden oft mittels eines Zettel durchgeführt. Die Gefahr der Entdeckung durch den aufsichtsführenden Lehrer ist relativ groß. Darum habt immer einen Zettel mit der unten stehenden Aufschrift bereit, den ihr dann dem Lehrer vorzeigen könnt, wenn er etwas merkt

"Du bist bisher der einzige, der das sagt, aber Du hast Recht, wir haben noch nie einen so interessanten Lehrer gehabt. Er ist wirklich großartig!"

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18. Gebet eines freien Paukers

Lass mich schlafen, Herr. Du hast den Menschen viel gegeben, freie Wirtschaft, hohen Lebensstandard, geordnete Verhältnisse. Auch Schlaf. Für all das habe ich Dir schon gedankt, nun lass mich aber auch schlafen. Ich bin doch nicht unbescheiden, Herr, wenn ich jetzt schlafen will. Der Arzt sagt, es sei der Kreislauf und die Leber. Dabei trinke ich so gut wie nichts mehr, manchmal Wein, zwei, drei Gläser. Man kann aber schließlich kein Lehrer sein und gleichzeitig ein Trinker. Was würde das für einen Eindruck auf meine Schüler machen?! Man muss da schon ein wenig auf sein Ansehen achten. Sieh Dir meine Frau an, die kann schlafen, sie schnarcht neuerdings. Sie hat es gut bei mir, Herr. Jetzt ist sie schon ein bisschen alt. Zu Weihnachten hat sie den Nerz gekriegt, den sie sich schon lange ausgesucht hatte, und ein neues Armband, damit sie auch eine Überraschung hatte. Sie war sehr zufrieden, kannst Du Dir vorstellen. Es soll unglückliche Ehen geben, ich weiß nicht, ich denke, die Leute verstehen sich nicht richtig einzurichten. Meiner Frau fehlt es jedenfalls an nichts.

Lass mich schlafen. Ich habe morgen einen schweren Tag. Ich muss mir den Schmidt vorknöpfen, da hilft nichts. Ich habe an sich nichts gegen Langhaarige, aber der wiegelt die ganze Klasse auf, dabei habe ich ihnen gerade das Protokollieren erlassen. Wer macht das sonst schon. Auch bekommen sie jetzt einen Tag mehr Zeit, um ihre paar Vokabeln zu lernen. Aber der Schmidt ist eben nie zufrieden, gibt man diesen Leuten den kleinen Finger, so wollen sie gleich die ganze Hand. Ich will ja niemanden verdächtigen, Herr, aber ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du mir ein Zeichen gäbest, ob der Schmidt nicht doch während der Arbeit mogelt. Ich denke, Herr, es liegt in unserem Interesse, in Deinem und meinem, die Unehrlichen zu erkennen. Wie könnten wir ruhig unterrichten ohne solche Rabauken!

Aber da ist ja immer noch die Apo. Wenn die so weitermachen, werden wir uns wohl oder übel auf die Seite der NPD stellen müssen, wegen der roten Gefahr meine ich. Wenn auch ein paar Nazis in der Partei sind, so herrscht doch wenigstens Ordnung bei ihnen, aber diese Leute von SDS, ich weiß nicht, was daraus noch mal werden soll. - Verzeih, Herr, Du verstehst sicher mehr von Gesellschaftspolitik als ich. Ich bin einmal in der Partei gewesen, jetzt kriegt mich keiner wieder rein. Ich will sauber bleiben. Lieber Gott, ich wollte Deine Partei bestimmt nicht beleidigen, wenn Du unbedingt willst, trete ich doch noch ein, aber lass mich bitte schlafen. Ich verzeihe Dir meine kranke Leber und den Kreislauf und dass wir den Krieg verloren haben. Du willst mich eben prüfen. Aber ich habe wirklich schon eine ganze Menge durchgemacht, und morgen muss ich auf dem Damm sein, dieser verdammte Schmidt! - Ich nehme jetzt eine Tablette. Wenn die nicht hilft, Herr, muss ich annehmen, dass Dir nichts mehr an mir liegt, sondern mehr an dem Schmidt und seiner Sorte. Sieh, ich bin ein armer Sünder, und alle Gedanken kommen von Dir. Wenn wir nicht zusammenhalten, Herr, hat eines Tages die Apo noch mehr jungen Leuten den Kopf verdreht, und dann wirst Du sehen, wie die alles kaputtschlagen, die Schulen und Universitäten, meinen Bungalow und Deine Kirchen. Pass nur gut auf!

Ich habe 36 Pakete zu Weihnachten in die Zone geschickt, und nicht etwa den billigsten Kaffee, eine gute mittlere Preislage, es hätte gar keinen Zweck gehabt, einen besseren zu schicken, die merken drüben doch Unterschied gar nicht mehr. Ich habe 20 Mark für die Aktion Sorgenkind gegeben, ich habe meinen Schülern alle erdenklichen Freiheiten gewährt, alle waren begeistert, außer dem Schmidt natürlich. Ich kann doch nicht schon wieder eine Tablette nehmen! Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern. - Was mache ich bloß mit dem Schmidt, rausschmeißen wenn er Widerreden hat, ganz klar! Ich bin ja müde. Du hast mich gehört, Herr. Ich danke Dir. Sabinchen kommt morgen zur Nachhilfestunde. Fällt einen verdammt schwer, bei der hart zu bleiben. Vielleicht sollte ich ihr nur ein kleines Gläschen Wein anbieten. Herrgott, was ist denn schon dabei, meine Frau vermisst nichts. Müde, todmüde! Dein Reich komme, wenn's mal ganz schlimm werden sollte. Aber was denn, ist ja alles in Ordnung, brauchen ja alles nur beim Alten ...Koexistenz. In Ewigkeit. Amen.

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19. Rat und Tat II

Oft kommt es vor, dass ein Schüler den Vater um einen Entschuldigungsbrief bitten muss, da er seiner Schulpflicht nicht nachkommen konnte oder wollte. Damit jedem bei der Abfassung eines solchen Entschuldigungsbriefes klar ist, worauf es dabei ankommt, haben wir uns entschlossen, einen Mustertext zu entwerfen - einen Text, der gebildet und gleichzeitig überzeugend ist, kurz: der dem betreffenden Lehrer ein bewunderndes Pfeifen entlockt. Nun denn:

"Mein ältester Sohn leidet an einem psychischen Trauma, das bei ihm eine vorläufige Unterbrechung des motorischen und sensitiven Vermögens sowie Temperaturanstieg verursacht. Angesichts dieses Zustandes (glandulären Ursprunges) erwies sich die Isolierung des Patienten als erforderlich. Daher konnte er seine Aufgaben nicht machen."

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20. Gerüchte

gerüchtegerüchtegerüchtegerüchtegerüchtegerüchtegerüchtegerüchtegerüchtegerüchtegerüchte.

Wussten Sie schon...

Jetzt wissen Sie's.

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21. Anzeigen

... sollte man jeden, der nicht guter Laune ist!

Suche meine Peredda! Abzugeben beim Lehrerzimmer.
Dr. Friese
Bibel - Leser wissen mehr!
Hans Henning
Wenn der Kondensator erzählt, ja-ha-ha-a!
Rolf Herklotz
Nehme Bestellungen für meinen ersten Bestseller entgegen!
Werner Behrens
Studium Latinum verum gaudium est! Das meint
Ursula Camin
Suche Abnehmer für meine Luxusfreiluft - Angebote an
Bernd Kampa
Versuche immer noch, Diethard Wölk das Reiten beizubringen.
Wer kennt eine anspruchsvolle pädagogische Kniffe?
Ulrike Kunkel
Wer hat mein Differenzgetriebe gesehen? Abzugeben bei
Reinhard Meyer
Hans-Joachim Schlösser
möchte hier einmal zum Ausdruck bringen, wie sehr er Andreas Pape schätzt.
Suche wirksamen Trick zur Ausschaltung von OStR Winkler
Werner Siems
In Köln habe ich ein Stück hat Seife liegen gelassen Wer hat es gesehen?
Herr Holze
Ich mache mir Sorgen. Wer wird jetzt den Lehrern helfen ? Nachfolger bitte zur Einweisung in die kleinen Tricks bei mir melden!
Andreas Pape
Wer kenn eine anspruchsvolle Freundin für mich?
Margrit Spreckels
Suche weitere Möglichkeiten zur Völkerverständigung. Tipps ohne Rücksicht auf persönliche Schonung an
Angelika Vogel
Neulich wollte ich mittels der Kurve y = f(x) jemandem den Zusammenhang zwischen Sport und Französisch erklären. Ich bin bereit, auch weiteren Interessenten auf diesem Gebiet weiter zu helfen.
Louis Blanken
Leute, Ihr wisst gar nicht, wie sehr ich mich auf den Bund gefreut habe. Und jetzt das!
Dubbi
Suche dringend Zeugen für die Erhellung meines Aufenthaltes am letzten Donnerstag Abend.
Wer hilft mir? Ich habe keine Erinnerung!
Rolf Jeschkies
Warnung an alle! Trage jetzt dauernd ein Messer mit mir herum!
Hans Knicker
Habt ihr mein neues altes Auto schon gesehen? ich tausche mit keiner Limousine!
Hans-Joachim Kleine
(Anm.d.Red.: Die Stadtbewohner werden gebeten, im Hinblick auf den mit unheimlicher Geschwindigkeit plötzlich aufkreuzenden Fahrer Gummizäune zum Schutze der anderen Verkehrsteilnehmer aufzustellen)
Ich kündige hiermit, und zwar an, dass ich noch einmal im Laufe dieses Jahres versuchen werde, die Traumgrenze von 15 Minuten für 100 m zu überbieten.
Martin Nitz
Suche christliche Unterkunft in Göttingen!
Dorle Backhaus
Ich gebe hiermit öffentlich bekannt, dass meine Trennung von Dr. Weber endgültig ist und bleiben wird.
Gisela Meyer
Suche Leitfaden für die Diplomatenlaufbahn.
Peter Paulini
Ich bin klein, mein Herz ist rein, mir fehlt nur noch ein Schätzelein.
Peter Schnur
Wer behauptet hier, dass ich der geborene Bundeswehr-Spieß bin?!
Diethardt Wölk
Suche neue Krimis von Dürrenmatt.
Barbara Kölling
Stille Wasser sind tief!
Heinz Krosch
Benötige dringend Informationen über die Truppe.
Klaus-Peter Stüven
Suche Aufnahmen meiner Sport-Übungen zwecks Erinnerungswert.
Horst Walther
Die Redaktion
spricht allen Schülern, die nächstes Jahr noch bei Herrn Winkler Unterreicht genießen werden, ihr Mitgefühl aus
Nur für Herren!
Es ist interessant zu beobachten wie oft gerade diese Stelle von Damen gelesen wird!Die Redaktion.
Deutsche, kauft deutsche Zitronen
Gerd Rolfs
Nettes junges Mädchen sucht für ihre späteren Lebensjahre netten jungen Begleiter.
Christiane Meier
Warum hat man mich nicht in Kunst, meinen Lieblingsfach, geprüft? Und ich hab' so gearbeitet!
Eckehard Schiemann
Bin ich froh, dass ich den drängenden Fragen der Lehrer endlich nicht mehr antworten muss!
Regina Scherff
I like die Bundeswehr!
Helmut Krull
Wie er die letzten zwei Jahre Kunst durchgestanden hat, wundert sich ...
Ekkehard Launer
Der Sport-Einsatz war nicht umsonst!
Hans-Hinrich Meyer
Irgendeinem muss doch mein Marx-Referat gefallen haben! Bitte melden bei ...
Agneta Paul
Ende der Anzeigen.
W. Steingrube
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22. Berichte

berichteberichteberichteberichteberichteberichteberichteberichteberichte

Käse ...

Über eine eigenartige Beziehung zwischen Schulbildung und Käsekonsum berichten die "Milchwirtschaftlichen Nachrichten", das Organ der "Landesvereinigung der Milchwirtschaft in Schleswig Holstein":

"Konsumenten mit Hochschulbildung haben einen doppelt so hohen Käseverbrauch wie Hungerstillende, die Volksschule besucht haben .... Von den Personen, die täglich Käse essen, haben diejenigen mit Volksschulbildung einen Anteil von 28 Prozent, mit Mittel und Realschulbildung 55 Prozent, mit höherer Schulbildung 49 Prozent und mit Hochschulbildung 58 Prozent."

Soeben erreicht uns folgende Blitzmeldung durch den Fernschreiber:

OStR'in Marquardt vom St. Viti - Gymnasium Zeven arbeitet zur Zeit eifrig an einem neuen Zensurensystem, das bereits in einigen Klassen erprobt wurde.

An einem Beispiel aus der Klasse 13s, der diesjährigen Abiturklasse, lässt sich dieses revolutionäre System, das sicher nicht ohne Auswirkungen auf den gesamten Schulbetrieb bleiben wird, am besten erklären. In einer Gemeinschaftskundearbeit wurden zwei aufgaben gestellt. Eine Zensurenbegründung:

"Wenn man die Ausführung unter Punkt 2 nicht bewertet kann die Arbeit mit EINS zensiert werden."

Eine Ausweitung dieses neuartigen Prinzips der Zensurengebung auch auf andere Fächer strebt OStR'in an. Unserem Korrespondenten gab sie folgendes anschauliche Beispiel:

"Mathearbeit. Sieben Aufgaben. Zensurenbegründung: Wenn man die Ausarbeitungen unter Punkt 3, 5 und 6 nicht berücksichtigt, kann die Arbeit mit EINS zensiert werden."

Die Redaktion spricht unserer verehrten OStR'in Marquardt ihren herzlichen Glückwunsch aus und wünscht ihr viel Erfolg und Durchsetzungskraft gegenüber andersdenkenden Kollegen.

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23. Die letzten Blüten

Es sagte eine Scholle zu einem Sägefisch: "Das Transatlantikkabel?! Bist du verrückt?"

Es sagte ein Polizist zu dem Fahrer eines gestoppten Wagens: "Herzlichen Glückwunsch! Sie sind der millionste Fahrer auf dieser Strecke und gewinnen 1000, - DM. Was werden Sie mit dem Geld anfangen?"
"Jetzt mache ich erst einmal meinen Führerschein!"
"Ach hören Sie nicht auf ihn," unterbrach ihn seine Frau, "er ist total besoffen!"
Der schwerhörige Opa im Fond mischte sich ein: "Ich wusste doch, dass wir mit dem geklauten Wagen nicht weit kommen!"

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24. Deutscher Normal - Roman

In vier Bänden

Ein kleiner Nachhilfeunterricht für zurückgebliebene Deutschschüler

1.

Mondscheinabend, Bachesstrand,
Junges Paar in Lieb entbrannt.
Heldin stammt aus reichem Haus,
Held so arm wie Kirchenmaus -
Stolz, schön, mutig, glühende Herzen,
Schwüre, Necken, Seufzer, Schmerzen,
Glaube, Liebe, Hoffnung, Sehnen,
Zukunftspläne, Trost in Tränen,
Ewige Treue, einige Küsse,
Eingetretne Hindernisse,
Alter Nebenbuhler - hu -
Hat belauscht das Rendezvous.

2.

Sonnenaufgang, goldner Schimmer,
Szene: Ihres Vaters Zimmer.
Held mit Frack und hohem Hut
Wirbt um sie, Papa in Wut -
Schelten, Schimpfen, kurze Weigerung,
Mutter bittet, Krämpfe, Steigerung.
Held hinaus, dann Ohnmacht,
Schrein, Nebenbuhler tritt herein.

3.

Zeit - die Stunde der Gespenster,
Ort - Schönliebchens Kammerfenster.
Garten, Schatten, warme Luft,
Freiheitsklänge, Blumenduft,
Fenster offen, Reisekleider,
Hofhund schlafend, Tränen,
Leiter, Flucht, Verfolgung, edles Ross,
Vorsprung, Heirat, Tante Voss;
Vater rast, Enterbung, rennt,
Schreibt ein neues Testament.

4.

Vater kränkelt, denkt ans Kind,
Brief von Mutter: kommt geschwind,
Wiedersehn, Versöhnungsschmaus,
Vatersegen baut ein Haus;
Letzter Wille - Fidibus!
Nebenbuhler - Hexenschuss,
Schwiegermutter, böse Zunge,
Doktor, Amme, kleiner Junge,
Ganz der Großmama Gesicht.
Gott verlässt die Seinen nicht!

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25. Galetti

"Das Abitur ist hinter uns. Grausige Dinge wurden gesagt, aber wir Abiturienten, dessen Spuren im Sande verlaufen, als die Väter des Kompromisses wie begossene Pudel an unserer Wiege standen, wurden längst durch die Wahrheiten besiegt, die geradezu dem Fass die Krone ins Gesicht schlugen. Lasst uns aber den Anker der Hoffnung, aufpflanzen, auf dass der Zahn der Zeit, der schon so manche Träne trocknete, auch über diese neuen Wunden Gras wachsen lässt. Wenn dann aber alle Stricke reißen werden wir wie ein Mann stehen und dort das Feuer löschen, wo die Dämme gebrochen sind. Glück auf!"

Solch eine Rede könnte von Galetti sein, ist es aber nicht. Galetti war ein Lehrer, der leider nicht mehr unter uns weilt, dessen Geistesblitze aber überliefert worden sind. Wir wollen sie den geneigter Lesern nicht vorenthalten:

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26. Aktuelles Bild ...

OStR Winkler bei seinem einstündigen Einführungsreferat: 'Und so kann ich mit Fug und Recht und voller Stolz behaupten, meine Schüler gehen für mich durchs...'
Aktuelles Bild von der feierlichen Abiturientenentlassungsfeier: OStR Winkler bei seinem einstündigen Einführungsreferat: "Und so kann ich mit Fug und Recht und voller Stolz behaupten, meine Schüler gehen für mich durchs..."
Lehrkörper
Horst Walther, Hamburg